Lichtblicke

Liebe Freunde und Interessierte

Der Aufbau des Spitals ging in den vergangenen Monaten flott voran. Eine Materiallieferung passierte im September problemlos den Zoll, so dass wir nun einiges verbessern konnten.

Mittlerweile können wir ca. 50 Patienten täglich ambulant und 20 stationär behandeln und monatlich ca. 20 chirurgische Eingriffe wie Leistenbrüche, Prostataoperationen, Notfalloperationen und 10 Kaiserschnitte und ca. 15 normale Geburten durchführen.

Auch die Apotheke funktioniert inzwischen recht gut und die nötigen Medikamente sind meistens vorhanden.

Der Operationssaal ist nun mit einer sehr guten Operationslampe ausgestattet. Wir konnten im August gratis eine ausgediente, aber hervorragende Operationslampe aus dem Basler Kantonsspital nach Toamasina transportieren. Was für eine Freude, als wir sie auspacken und uns ans Montieren machen konnten! Dabei begannen aber auch die Schwierigkeiten: Die Lampe war zu kurz für die hohe Decke und viel zu schwer, da der Beton der Decke nur von geringer Qualität ist.

Nach vielem Schweissen, Bohren und Spitzen konnte dann aber eine solide Aufhängung konstruiert werden und die Lampe so befestigt werden, dass wir nicht mehr fürchten müssen, dass sie auf uns runterfällt. Etwas schwieriger gestaltete sich das Finden von Ersatzbirnen, denn die Glühbirnen für die älteren Lampen werden im LED-Zeitalter nicht mehr hergestellt…
Wir waren erleichtert, dass wir übers Internet doch noch Ersatzbirnen fanden. Dies sind die Tücken mit Occasion Material.

Wir mussten verschiedene Auflagen erfüllen, um die weitere Bewilligung für den Spitalbetrieb zu erhalten. Darunter war auch die OP Lampe und eine grössere Sterilisationsvorrichtung: vom Schweizer Militär konnten wir bei HIOB einen Sterilisator abkaufen. Da wir zuvor in Mandritsara mit dem Schweizer-Team bereits dieselbe Apparatur montiert hatten traute ich mir zu, dies auch in Toamasina in Gang zu bringen.

Am Tag nach der Montage wurde im Spital eine unangemeldete Inspektion von den Behörden durchgeführt. Glücklicherweise wurde nicht alles auf deren Funktion geprüft, da einzelne Sachen noch
nicht 100 % einsatzbereit waren. Einiges fehlt uns noch, aber da die Hauptkriterien erfüllt waren, erhielten wir die Bewilligung, um weiterzufahren – mit der klaren Auflage in drei Monaten die fehlenden Sachen zu ergänzen.

Uns allen fiel ein riesiger Stein vom Herzen! In einem erneuten Container sind noch ein Narkosegerät, Sauerstoffkonzentratoren und andere wichtige Utensilien unterwegs. Wir hoffen auf deren Ankunft im Dezember.

Ein weiterer Lichtblick zeigt sich beim Aufbau der Administration. Ziel ist, einen Teil zu digitalisieren um die Finanzflüsse, Budgeterstellung und Finanzbuchhaltung zu vereinfachen und besser kontrollieren zu können. Esther ist dabei stark engagiert und geduldig im Akzeptieren des madagassisch vorgegebenen Rhythmus.


Verschiedene madagassische Ärzte arbeiten nun auch für einige Monate im Spital mit, leider aber noch keine die längere Zeit bleiben wollen. Wir hoffen fest bis Ende Jahr Assistenzärzte zu finden, die bereit wären längere Zeit zu bleiben.

Auch die Arbeit bei Mercy Ministries läuft positiv, die Weiterbildungswoche im Oktober wurde sehr geschätzt und von 25 Dorfgesundheitshelfern besucht.

Neben theoretischem Wissen lernten wir den Teilnehmer auch viele praktische Fertigkeiten wie auch das Herstellen von Informationsmaterial (wie zum Beispiel das Zeichnen eines Plakates auf einem Reissack für die Sensibilisierungskampagnen).

Ausblick: Ziel ist nun vor allem die vorhandenen Strukturen in Toamasina zu stärken und zu etablieren. Dazu braucht es viel Energie und auch finanzielle und personelle Unterstützung in den nächsten Jahren.

Wir überlegen uns erneut einen Containertransport zu organisieren um die doch noch vielen notwendigen Hilfsmaterialien nach Toamasina bringen zu können. Da wir vor Ort arbeiten und auch alles begleiten, können wir den effektiven und sinnvollen Materialeinsatz sicherstellen, was sich als absolut notwendig und großen Vorteil erweist. Welche der verschiedenen Projekte und Hilfen schlussendlich verwirklicht werden können, kommt auch auf die finanzielle Lage von Fokus Madagaskar an. Wir danken Euch allen schon im Voraus für tatkräftige Unterstützung.

Esther und Thomas Beck