{"id":720,"date":"2015-10-11T21:51:39","date_gmt":"2015-10-11T19:51:39","guid":{"rendered":"https:\/\/fokus-madagaskar.org\/?p=720"},"modified":"2016-01-17T22:26:11","modified_gmt":"2016-01-17T21:26:11","slug":"unterschiedliche-welten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fokus-madagaskar.org\/?p=720","title":{"rendered":"Unterschiedliche Welten"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Freunde<\/p>\n<p>Seit M\u00e4rz sind wir in Mandritsara, Madagaskar! Ein halbes Jahr bereits! Vieles haben wir entdecken k\u00f6nnen. Wir haben hier Einheimische gefunden, die uns helfen und uns tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzen, damit wir die Kultur und Sprache der Menschen verstehen k\u00f6nnen. Wir sind aber immer noch G\u00e4ste hier, die dabei sind, das Leben und die Abl\u00e4ufe zu verstehen und auch entsprechend unsere Projekte zu formen und anzupassen.<\/p>\n<h2>1. Sprachstudium, Arbeit und Projektevaluation<\/h2>\n<p>Es geht um viel mehr als nur darum, die Sprache zu lernen \u2013 n\u00e4mlich darum, zunehmend ein Teilnehmer einer ganz anderen Kultur zu werden. Auch hier in Madagaskar ist das Zuh\u00f6ren und Verstehen des Anderen wichtiger als das selber reden K\u00f6nnen. Wir sind aktuell etwa im Sprachalter eines 2- bis 3-j\u00e4hrigen Kindes, was Reden und Verstehen angeht, und werden auch etwa so wahrgenommen, nur sind wir etwas gross und grau geraten&#8230; Eine wichtige Lebensschule f\u00fcr uns. Im Zusammenhang mit dem Verein Fokus Madagaskar und den sich dadurch ergebenden M\u00f6glichkeiten zur gezielten Ausarbeitung und Unterst\u00fctzung von Projekten konnten wir wertvolle Kontakte kn\u00fcpfen und Informationen sammeln. Wir sind nun immer mehr in der Lage, diese zu konkretisieren und an hiesige Bed\u00fcrfnisse anzupassen. Im August wird Thomas im Spital mit der Arbeit auf der medizinischen Abteilung beginnen, da nur noch ein Arzt auf der Medizin verbleibt. Ren\u00e9 Stouthandel wird uns im September f\u00fcr 3 Wochen zusammen mit seiner Frau Christine besuchen und im Spital mitarbeiten. Esther macht weiter intensiv Sprachstudium. Sie wird auch einen N\u00e4hkurs f\u00fcr Frauen anbieten und in einer Schulklasse der &#8222;Ecole Bonne Nouvelle&#8220; zusammen mit einer Lehrerin, die sehr interessiert ist, mithelfen und sich besonders f\u00fcr lernschw\u00e4chere Kinder einsetzen. Wir sind gespannt, was alles auf uns zukommt und ob die Sprachkenntnisse f\u00fcr den Start gen\u00fcgen.<\/p>\n<h2>2. Projekt &#8222;Hilfe f\u00fcr notleidende alte Menschen&#8220;<\/h2>\n<p>Altersrenten gibt&#8217;s hier nicht wie in der Schweiz. So sind die Kinder im Alter f\u00fcr die Eltern verantwortlich, wenn diese nicht mehr selber den Reis kultivieren k\u00f6nnen. Es gibt aber immer wieder Menschen, die aus verschiedenen Gr\u00fcnden keine Familienangeh\u00f6rigen haben und v\u00f6llig auf sich allein gestellt sind. Die Frau auf dem Foto nebenan ist nun 82-j\u00e4hrig und hat keine Familienangeh\u00f6rigen, die ihr helfen k\u00f6nnen. Sie hat vor 12 Jahren einen Jungen kurz nach der Geburt aufgenommen. Wir haben die Frau zu Hause besucht. Sie wohnt in einer vom Zusammenfallen bedrohten Lehmh\u00fctte, mit einem Bett und einer Kochstelle am Boden, ohne Strom und Wasser. Gelegentlich bekommt sie von irgendwelchen Leuten etwas Geld, um Reis zu kaufen. Die Frau geht aber auch auf die umliegenden Reisfelder und sammelt die nicht geernteten Reisgarben, die sie nach Reisk\u00f6rnern durchsucht. Sie hat eine schwere Kniearthrose beidseits. Ins Spital kann sie nicht mehr gehen; ein Transport w\u00e4re viel zu teuer f\u00fcr sie und es gibt hier keine Haus\u00e4rzte, die Besuche machen. Es gibt auch keine Krankenkasse, die f\u00fcr die Kosten aufk\u00e4me. Zusammen mit einem madagassischen Ehepaar, das ein grosses Herz f\u00fcr diese \u00e4lteren Notleidenden hat, werden wir nun versuchen, die Not f\u00fcr einzelne etwas zu lindern. Nach eingehender Pr\u00fcfung werden wir eine Grundversorgung anbieten (siehe Kasten), was pro Jahr rund 150 Franken pro Person kostet. Mit dem Geld, das die Menschen gelegentlich von anderen bekommen, k\u00f6nnen sie Grundnahrungsmittel (Reise, Gem\u00fcse, Beilagen), Medikamente oder andere wichtige Kosten bezahlen. Wir werden auch einen Hilfsfond f\u00fcr unvorhergesehene Kosten er\u00f6ffnen, um im Notfall zus\u00e4tzliche Kosten, wie sie zum Beispiel bei Krankheit entstehen, \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen. Jeden Monat werden die Menschen von einem Team, zu dem auch wir geh\u00f6ren, besucht und es wird ihnen dabei pers\u00f6nlich und rationiert das Grundversorgungspaket abgegeben. Der 12-j\u00e4hrige Knabe kann nun seit Monaten nicht mehr in die Schule, da die alte Frau die Kosten f\u00fcr die Schulmaterialien nicht mehr bezahlen kann. Auch hier m\u00f6chten wir helfen und diese Kinder mit 150 Franken pro Jahr unterst\u00fctzen, damit sie wieder in die Schule gehen k\u00f6nnen. =&gt; siehe auch Projekt Schulbildung, Punkt 3<\/p>\n<h2>3. Projekt &#8222;Kindern eine gute Schulbildung erm\u00f6glichen&#8220;<\/h2>\n<p>Hier in Mandritsara gibt es mittlerweile sehr viele staatliche und private Schulen, die jedoch alle nicht kostenlos sind. Meistens sind es Klassen mit 80 und mehr Kindern pro Schulklasse in kleinsten, k\u00e4rglich ausgestatteten Schulzimmern. Die Lehrer verdienen nur sehr wenig, m\u00fcssen deshalb selber noch Reisfelder bewirtschaften und erscheinen deshalb h\u00e4ufig nicht zum Unterricht. Der Wissenstand nach 12 Jahren Schule ist tief. Die &#8222;Ecole Bonne Nouvelle&#8220; hat sich zum Ziel gesetzt, einigen Kindern (aktuell \u00fcber 300) eine \u00fcberdurchschnittliche Schulbildung in Klassen von ca. 30 Kindern und mit ausreichend bezahlten Lehrern, die regelm\u00e4ssig unterrichten (damit sie nicht nebenbei noch arbeiten m\u00fcssen) zu bieten. Wir m\u00f6chten nun 100 Kindern diese Schulbildung erm\u00f6glichen helfen und jedes Kind mit 150 Franken pro Jahr unterst\u00fctzen resp. die Kosten so subventionieren, dass die Eltern die Schule bezahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Aktuelle Projekte im \u00dcberblick<\/h2>\n<h3>Grundversorgungspaket f\u00fcr 1 Person\/1 Jahr<\/h3>\n<ul>\n<li>1 Kohleofen Aedes (wird in Madagaskar hergestellt; braucht rund 50 % weniger Kohle als \u00fcbliche \u00d6fen)<\/li>\n<li>Kohle (ca. 12 S\u00e4cke pro Jahr)<\/li>\n<li>Reis (ca. 300 kg pro Jahr) &#8211; Speise\u00f6l (ca. 6 Liter pro Jahr)<\/li>\n<li>\u00d6l f\u00fcr Lampen (Licht; 6 Liter pro Jahr)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>==&gt; Kosten: Fr. 150.&#8211; Person und Jahr<br \/>\n<\/strong>Wer m\u00f6chte diese Kosten gezielt f\u00fcr eine Person f\u00fcr 6 oder 12 Monate \u00fcbernehmen?<br \/>\nDamit k\u00f6nnen wir die Arbeit ausbauen und mehr \u00e4ltere Leute unterst\u00fctzen!<\/p>\n<h3>Subvention Schuljahr f\u00fcr 1 Kind\/1 Jahr<\/h3>\n<p>Wir werden vorerst f\u00fcr 100 Kinder die Schule mit 150 Franken pro Kind\/Jahr subventionieren \u2013 initial f\u00fcr 2 Jahre. Anschliessend werden wir gem\u00e4ss den finanziellen M\u00f6glichkeiten des Vereins entscheiden.<br \/>\nWer m\u00f6chte speziell f\u00fcr 1 Kind die Schule f\u00fcr 6 Monate oder 1 Jahr subventionieren (je nach individueller Einsch\u00e4tzung der &#8222;Ecole Bonne Nouvelle&#8220; oder einer \u00f6ffentlichen Schule)?<\/p>\n<h2>4. Ausblick<\/h2>\n<p>Mit dem Beginn der Arbeit im Spital im August werden wir weitere Projekte evaluieren, die uns sinnvoll und nachhaltig erscheinen. Ein spannendes Projekt mit <strong>Kleinpumpenbau<\/strong> zur Verbesserung der Landwirtschaftsertr\u00e4ge ist noch in Vorbereitung. Wir werden dieses im n\u00e4chsten Infobrief vom November vorstellen.<br \/>\nGanz herzlich m\u00f6chten wir Euch allen danken, da Ihr diese Projekte durch die enorm grosse finanzielle Unterst\u00fctzung erst erm\u00f6glicht, die der Verein bisher erhalten hat. So wird eine viel gr\u00f6ssere Hilfeleistung m\u00f6glich, als wenn wir alleine hier w\u00e4ren. Wir sind froh, dass wir vor Ort die Situation erleben und analysieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Seid herzlich gegr\u00fcsst aus dem k\u00fchlen S\u00fcden (aktuell um 25 Grad kalt\u2026)!<\/p>\n<p>Eure Esther und Thomas Beck<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freunde Seit M\u00e4rz sind wir in Mandritsara, Madagaskar! Ein halbes Jahr bereits! Vieles haben wir entdecken k\u00f6nnen. 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